Musteranschreiben an die anerkannten Schützenverbände

Stand 13.08.2026

In der aktuellen Evaluierung des Waffengesetzes ist die Beantwortung des Fragebogens durch die Verbände entscheidend.

Wir haben für dich ein Musteranschreiben verfasst damit du das an deinen Verband weiterleiten kannst. Es ist wichtig den Verbänden deutlich zu machen, welche Themen und Argumente dir wichtig sind.

Mehr zur Evaluierung und dem Fragebogen ->

Mustertext, zum selbst anpassen:

Evaluierung des Waffenrechts 2026 – Bitte um aktive Beteiligung am Fragenkatalog

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Vorstand des [Verbandsname],

als Mitglied [des/im Verein „[Vereinsname]“] und damit als Mitglied Ihres Verbandes wende ich mich mit einer Bitte an Sie.
Wie mir bekannt wurde, sind die nach § 15 WaffG anerkannten Schießsportverbände im Rahmen der laufenden Evaluierung des Waffenrechts aufgefordert worden, einen umfangreichen Fragenkatalog zu beantworten. Der Gesetzgeber fragt darin ausdrücklich ab, ob und in welchen Bereichen sich die Schießsportverbände Erleichterungen im Waffengesetz wünschen.
Diese Gelegenheit ist selten. Nach Jahren fortlaufender Verschärfungen wird der organisierte Schießsport erstmals wieder gezielt danach gefragt, welche Regelungen unverhältnismäßig, praxisfern oder rein bürokratisch belastend sind. Ich bitte Sie daher nachdrücklich:

Beteiligen Sie sich aktiv, fristgerecht und inhaltlich umfassend an dieser Evaluierung. Nutzen Sie den vollen Umfang der Fragen und beschränken Sie sich nicht auf zurückhaltende oder allgemeine Antworten. Was jetzt nicht gefordert wird, wird auf absehbare Zeit nicht wieder zur Diskussion stehen.

Auch möchte ich Sie bitten die Antworten des Verbands Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler e.V. welcher ca. Ende August veröffentlicht wird mit einzubeziehen.

Aus meiner Sicht als Sportschütze sind insbesondere folgende Punkte wichtig:

1. Freigabe der 2020 verbotenen Magazine
Das Verbot von Magazinen mit mehr als 10 Patronen (Langwaffen) bzw. mehr als 20 Patronen (Kurzwaffen) trifft ausschließlich legale, behördlich überprüfte Waffenbesitzer. Ein sicherheitspolitischer Nutzen ist bis heute nicht belegt. Für zahlreiche Sportordnungen und international übliche Disziplinen sind diese Magazine Standardausstattung; ihr Verbot benachteiligt deutsche Sportschützen im internationalen Vergleich und schafft erhebliche Rechtsunsicherheit im Alltag.

2. Erwerb und Besitz von Schalldämpfern für Sportschützen
Schalldämpfer sind ein Instrument des Gesundheits- und Lärmschutzes — für die Schützen selbst ebenso wie für Anwohner in der Umgebung von Schießstätten. Für Jäger ist der Zugang bereits geregelt; eine sachliche Begründung, warum diese Erwägungen für Sportschützen nicht gelten sollen, ist nicht erkennbar. Ich bitte Sie, sich für einen praktikablen Zugang für Sportschützen einzusetzen.

3. Abbau bürokratischer Belastungen
Dazu zählen aus meiner Sicht insbesondere die wiederkehrende Bedürfnisprüfung, die Nachweispflichten zur Schießaktivität, die Kontingentregelungen sowie die Melde- und Verwaltungspflichten rund um das Nationale Waffenregister. Diese Vorgaben binden Zeit und Kosten bei Behörden, Vereinen und Mitgliedern, ohne einen erkennbaren Sicherheitsgewinn zu erbringen.

[Optional: Ergänze hier eine eigene Erfahrung — z. B. eine konkrete Verzögerung bei der Behörde oder Kosten, die dir entstanden sind.]

Ich bin überzeugt, dass eine sachliche, aber selbstbewusste Positionierung unseres Verbandes im Interesse aller Mitglieder liegt. Legale Sportschützen gehören zu den am gründlichsten überprüften Personengruppen in Deutschland. Diese Zuverlässigkeit sollte sich auch in einem verhältnismäßigen Waffenrecht widerspiegeln.
Abschließend bitte ich Sie um eine kurze Rückmeldung, welche Positionen unser Verband in seiner Antwort vertreten wird, und rege an, die Stellungnahme gegenüber den Mitgliedern transparent zu veröffentlichen.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit sportlichen Grüßen
[Vorname Nachname]
[Mitgliedsnummer, Verein]
[Anschrift]
[E-Mail / Telefon]

Tipps für die Formulierung 

  • Formuliere persönlich: Passe den Text gerne an! Denn individuell verfasste Zuschriften werden höher gewichtet als erkennbare Serienschreiben. Schon zwei eigene Sätze machen einen Unterschied.
  • Bleibe sachlich: Fordernd ja, polemisch nein, ein sachlicher Ton wird eher ernst genommen.
  • Schreib deinem Bundesverband und deinem Landesverband: Die Landesverbände geben Rückmeldungen häufig nach oben weiter.
  • Nachfassen: Wenn nach zwei bis drei Wochen keine Antwort kommt, lohnt sich eine kurze Erinnerung oder ein Anruf in der Geschäftsstelle.
  • Beachte die Frist: Du solltest am Besten noch vor dem 16.09.2026 deinen Verband angeschrieben haben. Denn Verbände müssen ihre Antworten zum Fragebogen zu Evaluierung des Waffengesetzes fristgebunden bis zum 30.09.2026 einreichen.